Zum Inhalt springen

Ashwagandha: Wirkung und Anwendung

Ashwagandha gehört zu den heißesten Trends der Nahrungsergänzungsmittel im Bereich Gesundheit. Die Pflanze stammt aus Asien und wird schon lange in der ayurvedischen Medizin benutzt. Aber kann man den Versprechungen der Hersteller wirklich glauben?

Wissenschaftliche Studien belegen tatsächlich vielfältige positive Effekte der Pflanze. Ashwagandha weist zum Beispiel antioxidative, antikanzerogene und immunstimulierende Wirkungen auf (Mishra et al., 2000; Vashi et al., 2021). Vielversprechende Ergebnisse gibt es zudem in der Therapie neurogenerativer Erkrankungen wie etwa Alzheimer (Kuboyama et al., 2014; Zahiruddin et al., 2020).

Im Bodybuilding sowie Fitness- und Gesundheitssport ist vor allem der stressabbauende Effekt von Interesse (Lopresti et al., 2019). Unter anderem wird das Stresshormon Cortisol reduziert, so dass ein Einsatz direkt nach dem Training, abends vor dem Schlafengehen oder mehrmals täglich in Phasen hoher Anspannung sinnvoll erscheint.

Da Ashwagandha als bedenkenlos in Hinblick auf Nebenwirkungen gilt (Mishra et al., 2000), spricht jedenfalls nichts dagegen, das Produkt selbst mal auszutesten. Aus meinen praktischen Erfahrungen mit Athleten und gesundheitsbewussten Personen kann ich beisteuern, dass der überwiegende Teil der Anwender von spürbar positiven Effekten berichtet. Allerdings gibt es auch Personen, die scheinbar weniger von einer Supplementation profitieren.

Grundsätzlich sollte jedoch an erster Stelle stehen, an den Ursachen für erhöhten Stress zu arbeiten. Ashwagandha sollte bestenfalls als unterstützendes Mittel angesehen werden, nicht aber als die allumfassende Lösung. Da sich die Produkte in ihrer Qualität (etabliert ist hier z. B. das KSM-66®-Extrakt) und Bioverfügbarkeit (z. B. Zusatz von schwarzer Pfeffer Extrakt) durchaus unterscheiden, sollte in Hinblick auf die Tagesdosierung die Verzehrempfehlung des Herstellers beachtet werden.

Literatur

Kuboyama, T., Tohda, C. & Komatsu, K. (2014). Effects of Ashwagandha (roots of Withania somnifera) on neurogenerative diseases. Biological and Pharmaceutical Bulletin, 37(6), 892-897.

Lopresti, A. L., Smith, S. J., Malvi, H. & Kodgule, R. (2019). An investigation into the stress-relieving and pharmacological actions of an ashwagandha (Withania somnifera) extract: A randomized, double-blind, placebo-controlled study. Medicine, 98(37), e17186.

Mishra, L. C., Singh, B. B., Dagenais, S. (2000). Alternative Medicine Review, 5(4), 334-346.

Vashi, R., Patel, B. M. & Goyal, R. K. (2021). Keeping abreast about ashwagandha in breast cancer. Journal of Ethnopharmacology, 269: 113759. Epub

Zahiruddin, S., Basist, P., Parveen, A., Parveen, R., Khan, W., et al. (2020). Ashwagandha in brain disorders: A review of recent developments. Journal of Ethnopharmacology, 257: 112876. Epub.